Warum ihr uns (bitte) keine KI-generierten Tattoo-Vorlagen schicken sollt.

Oder besser gesagt: Warum wir unseren kreativen Kopf frei von vorheriger visueller Beeinflussung haben wollen.

Zwei Landschaftstattoos von Bob Fizz

Wir wissen, in erster Linie klingt es für euch wie eine Hilfe, dass ihr eure Idee besser visualisieren könnt und quasi schon auf euren Körper montieren könnt.

Das ist alles super und damit sind wir völlig einverstanden. Nur dann kommt eine zweite Perspektive ins Spiel, eine, die nicht so optimal für kreative Köpfe wie uns ist.

Sobald eine künstliche Intelligenz für euch ein Bild generiert hat (das sie ja in erster Linie sowieso als allen vorhandenen Tattoo-Bildern im Internet “zusammenklaut”), wird dies in einem gewissen Stil, einer gewissen Art der Strichführung und der Zusammensetzung der Objekte passieren. Da wird nichts neues mehr geschehen, nur mehr alte, für gut befundene Varianten nochmal reproduziert (weil eh klar, es werden ja alte Muster, die funktionieren, kopiert).

Sobald du das Tattoo dann gesehen hast, greift die sogenannte Ankerheuristik. Eine Ankerheuristik ist ein psychologisches Denkprinzip, wo wir unsere weitere Denkweise dem ersten, im Gehirn gesetzten Anker, anpassen. Du hast ein Bild, also eine Vorstellung deines Tattoos im Kopf, die du leider nicht mehr so schnell los wirst, egal was du dagegen machen willst, da sich diese festgesetzt hat (was z.B. bei Gehaltsverhandlungen super, aber bei Tattoo-Ideen suboptimal ist).

Und wenn du diese visualisierte Idee (anstatt deiner schriftlichen oder mit Stift gemachten kleinen Skizze) uns dann in deiner Anfrage-E-Mail schickst, haben wir den selben Anker im Kopf und können unsere Kreativität, Erfahrung und unseren Designprozess nicht mehr richtig nutzen und ausschöpfen, um dir dein perfektes, auf dich maßgeschneidertes Tattoo, das auch technisch als Tattoo funktioniert (sprich, auch in 20 Jahren noch gut aussieht und nicht verläuft) zu erstellen.

Wir sind deine KI. Nur dass wir nicht künstlich sind, sondern lebendig. Also deine LI – lebendige Intelligenz (höhö, was für ein Dad-Joke). Du kannst uns all deine Ideen exakt genau so schreiben, wie du es in das Chatfenster von ChatGpt oder Claude oder Gemeni usw. eingeben würdest – nur dass wir dann vorab schon abwägen, ob die Idee technisch umsetzbar ist, wie man die Objekte platzieren kann, dass das Motiv auf der von der gewählten Körperstelle gut passt, wie es sich bei Muskelanspannung verhält und so weiter. Wir lassen unsere Erfahrung der letzten Jahrzehnte darin einfließen, dass dein Tattoo so gut wie möglich umgesetzt wird.

Wenn wir aber ein Design im Kopf haben, dann ändert das alles. Es ändert unsere Denkweise, den Prozess, den Ablauf, die Ideenfindung – weil wir eben nur mehr an das denken, was du uns geschickt hast. Und das wollen wir nicht. Wir wollen für dich unser Bestes geben, aber ohne vorherige Einschränkung.

Natürlich heißt das jetzt nicht, dass du uns keine Referenz- oder Inspirationsbilder mehr schicken sollst – nein, nein, zur groben Orientierung wollen wir das gerne (vor allem bei Bob, weil die Landschaftstattoos ja quasi direkt aus euren Referenzfotos enstehen). Ganz normale Fotos von Tattoos (bestenfalls unsere:-), die du gut findest oder der Landschaft oder den Bergen oder den Blumen die du gerne tätowiert hättest, sind sogar ausdrücklich erwünscht. Es geht nur darum, dass du dich nicht durch ein durch KI zusammengestückeltes Modell deiner Ideen schon vorab zu sehr beeinflussen lässt, sondern deine Idee gemeinsam zu etwas einzigartigen werden soll und keine Kopie der hundertsten Landschaft, die es eh schon en Masse auf Pinterest gibt.

Landschafts Tattoos von Bob Fizz

“Doch was, wenn ich Angst hab, dass das Tattoo nicht so wird, wie ich will?”

Das ist eine berechtigte Frage, da die Tätowierung ja doch für immer auf deiner Haut bleibt. Wenn du dir aber eine*n von uns beiden als Künstler*innen anhand unserer Arbeiten ausgesucht hast, dann stehen die Chancen schon mal sehr gut, dass es exakt so werden wird, wie du es dir vorgestellt hast (oder sogar besser), denn sonst hätten dich unsere Arbeiten ja nicht angesprochen, oder? (oder?)

Wir arbeiten sehr künstlerisch um das allerbeste aus deiner Idee heraus zu kitzeln, dafür benötigen wir aber auch etwas Freiheit (aka kein Micromanagement) von deiner Seite. Da wir vorab keine Entwürfe verschicken (dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens, weil es schon sehr oft passiert ist, dass die Entwürfe geklaut wurden, also Termine dann abgesagt und wo anders tätowiert wurde und zweitens ist ein Tattoo ein Prozess zwischen dir und uns. Also zwischen exakt zwei Personen. Andere Menschen, die keinerlei Expertise in diesem Bereich haben, sondern nur nach deren subjektiven Geschmack urteilen, sind nicht förderlich für konkrete Kritik (du fragst ja auch blöd gesagt nicht deinen Fliesenleger, ob er dir Tipps für die Strähnenfarbe deiner neuen Frisur geben kann).

Wir haben immer für jeden Tattoo-Termin genug und entspannt viel Zeit eingeplant und bereiten immer bis direkt zum Termin deinen persönlichen Entwurf vor, den wir dann gemeinsam vor Ort fertig stellen, also gemeinsam noch Elemente anpassen, fertig zeichnen oder, wenn es dir nicht gefällt, komplett neu arrangieren. Das zeichnet uns als Privates Tattoo Atelier aus – wir nehmen uns Zeit für dich und deine Wünsche.

Wir sind darauf geschult und spezialisiert, dass wir das mit dir gemeinsam machen können, dann siehst du genau, wie alles entsteht und kannst deine Änderungswünsche (falls überhaupt welche sind) dann noch anbringen. Du kannst uns alles fragen und wir fühlen uns auch nicht “persönlich angegriffen”, wenn dir etwas nicht gefällt, oder du etwas ändern möchtest, denn du trägst es ja dein Leben lang auf dir und du sollst dich sicher fühlen, alles sagen zu können. Wir passen dann alles beim Spiegel an deine gewünschte Körperstelle an, geben dir Tipps für die Platzierung oder Form und erst wenn das alles passt, wird es tätowiert.

Du siehst also, das ist ein weitreichender Prozess, der viel Erfahrung benötigt, dafür erhältst du dann bei uns aber auch dein maßgeschneidertes, einzigartiges Tattoo, das auch in Jahrzehnten noch gut aussieht und nicht verlaufen ist (wir tätowieren ja glücklicherweise schon 20 und 15 Jahre lang, da können wir auf ein enormens Wissen zurück greifen). Und das ganz ohne, dass eine KI Wasser so viel verbrauchen muss. Das trinken wir lieber selbst (bei uns gibts sogar riesengroße Wassergläser;-).

Das soll jetzt natürlich nicht wie deine Boomer-Eltern klingen, wir nutzen selbst KI für Dinge, wo es einfach Sinn macht und sind natürlich nicht gegen künstliche Intelligenz (ok, Grantl-Opa Bob manchmal schon), aber es muss einfach nicht überall für Sachen eingesetzt werden, für die es schlichtweg keinen Sinn macht und vor allem für Dinge, welche Kunst bedrohen (bedrohen im Sinne von zerstören und im Sinne von “zu einem Einheitsbrei werden lassen”).

Machen wir’s so? Ja?
Super, wir freuen uns schon auf dich!

PS: Diesen Artikel hat eure LI-Eva erstellt.

PPS: Soll ich dir noch eine zweite, kürzere Version erstellen? (Lol)